Seekajakfahren – auch Küstenpaddeln, Salzwasserpaddeln, Küstenkanuwandern, Seekajaken, Seepaddeln, Ocean Paddling, Off-Shore-Kayaking, Open Water Paddling, Sea Canoeing, Sea Kayaking, Sea Paddling, und Shoreline Kayaking genannt – ist eine spezielle Form des Kanuwanderns. Die ersten Kajaks der Eskimos wurden für die Jagd in der Arktis benutzt. Daher ist das Paddeln auf dem Meer eine der ursprünglichsten Formen dieses Wassersportes.

Die meisten Seekajaks zeichnen sich durch ihre Länge, den Kielsprung und der Form von Bug und Heck aus, um besser für den Wellengang geeignet zu sein. Sie besitzen eine Abschottung, eine Rundumleine und haben ein Skeg oder Steuer. Beim Brandungssurfen jedoch kommen auch Kajaks zur Verwendung, die sich eher an Wildwasserkajaks orientieren, teilweise lehnen sie sich von der funktionalen Formgebung an Surfbretter an.

Kanadier sind durch ihre höhere Windanfälligkeit außerhalb des geschützten Küstenbereiches weniger geeignet.

 

Der Seekajak - Bauform

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Das handelsübliche Seekajak hat Merkmale der ursprünglichen Kajaks der Eskimos. Ursprünglich war es ein Jagdgerät, das Seekajak ist ein Sportgerät, welches notwendige Ausrüstungsgegenstände aufnehmen können muss.

Da meist längere Strecken zurückgelegt werden, sind Seekajaks relativ zur Breite länger als gewöhnliche Kajaks. Zwar erhöht eine lange Wasserlinie die Reibung, aber bei höheren Geschwindigkeiten vermindert sich die Wellenbildung. Für Wanderungen können sie dennoch mit genügend Ladekapazität ausgestattet sein. Wichtig ist auch das richtige Beladen des Seekajaks.

Sind sie zu schmal, wird der geringe Laufwiderstand durch eine höhere Kippeligkeit erkauft. Dafür ist das Rollen in ihnen einfacher.

Um eine ausreichende Spurstabilität zu erreichen, haben Seekajaks meist eine lange gerade Kiellinie ohne Kielsprung und entweder ein Steuer oder eine ausfahrbare Finne, welche beim Kajak auch als Skeg bezeichnet wird. Zusätzlich versucht man die Windanfälligkeit durch die Gestaltung des Oberschiffes zu vermindern. Hochgezogene Enden helfen, auf den Wellen zu reiten, anstatt sie zu durchstoßen.

 

Sicherheit

Ein Seekajak muss den besonderen Bedingungen auf See, eventuellen Kenterungen und dem erforderlichen Sicherheitsstandards entsprechen. Nach einer Kenterung auf offenem Gewässer ist es essentiell, möglichst schnell wieder im Kajak fahrbereit zu sein. Durch Abschottungen wird die Menge an Wasser, die in das Kajak eindringen kann, vermindert. Nach dem Aufrichten wird das Wasser durch eine Lenzpumpe entfernt. Es gibt sie als Handpumpen, die relativ viel Wasser in kurzer Zeit befördern können. Diese haben den Nachteil, dass man nicht die Hände zum Stützen frei hat. Eine festinstallierte Pumpe erlaubt wenigstens eine freie Hand. Mit einer Fußpumpe benötigt man zum Lenzen bedeutend mehr Zeit. Ideal sind batteriegetriebene Pumpen, solange sie funktionieren.

Um sich am Kajak nach einer Kenterung mit Aussteigen festzuhalten, sind Rundumleinen (oder auch Rettungshalteleinen) befestigt. Häufig ist zumindest das Unterschiff in leicht erkennbaren Farben gestaltet. Weiße Farbe ist aufgrund der Verwechselung mit Schaumkronen der Wellen weniger geeignet als Gelb und Orange. Anstatt von Tragegriffen in Schlaufenform werden Trageknebel (Toggel) verwendet. Diese verhindern, dass ein durch das Meer bewegtes Kajak die Hand verdreht.

 

Ausrüstung

Die für ein Seekajak verwendeten Doppelpaddel sind meist für die längere Strecke mit einer schmaleren und geringeren Paddelfläche ausgelegt.

Zur Navigation befindet sich ein festinstallierter Kompass in Sichtweite. Ebenso gibt es eine Vorrichtung zur Befestigung von Kartenmaterial.

 

Weblinks

Seekajak Seite des Deutschen Kanuverbandes

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Seekajak